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SCHULSPORTAUSTAUSCH 2026

Fünf Tage, 21 Sportskanonen und ein schweigsamer Pinguin: Unser Schulsportaustausch nach Siegen-Wittgenstein

Vom 20. bis 25. September 2026 waren 21 Schülerinnen und Schüler des Lily-Braun-Gymnasiums, des Kant-Gymnasiums und der Schule an der Jungfernheide im Spandauer Partnerkreis Siegen-Wittgenstein zu Gast. Auf dem Programm: Sport, Begegnungen, ein bisschen Geschichte – und erstaunlich viele Höhenmeter.

Die Spandauer Reisegruppe – in Siegen-Wittgenstein sofort an den hellblauen Shirts zu erkennen.

Um 8:30 Uhr an einem Sonntagmorgen auf dem Aldi-Parkplatz neben unserer Schule zu stehen, erfordert eine gewisse Entschlossenheit. Die meisten von uns haben die rund siebenstündige Busfahrt deshalb auch konsequent verschlafen. Umso wacher waren alle am Ziel: Unser Quartier war das Abenteuerdorf Wittgenstein in Bad Berleburg-Wemlighausen, und schon am ersten Abend wurden in der Sporthalle aus „denen von den anderen Schulen“ ganz schnell Mitspielerinnen und Mitspieler. Immer mit dabei: unser Maskottchen Kowalski, ein blauer Pinguin, der die ganze Woche kein einziges Wort sagte. Warum ihn genau das verdächtig machte, verraten wir ganz am Ende.

 Empfang beim Landrat und Mutprobe im Wald
Am Montag empfing uns Landrat Andreas Müller in Siegen. Nach herzlichen Reden und einer großen Portion Pasta erkundeten wir die Stadt und lieferten uns vor dem Oberen Schloss einen Fotowettbewerb. Am Abend folgte die Nachtwanderung samt Mutprobe: 500 Meter durch den stockdunklen Wald – allein mit Knicklicht oder zu zweit ganz ohne. Alle kamen heil zurück und wurden mit einem knisternden Lagerfeuer und Gitarrenmusik belohnt.

 

landrat Müller
Landrat Andreas Müller begrüßt die Gäste aus Spandau.
Mutprobe
Belohnung nach der Mutprobe: das Lagerfeuer im Abenteuerdorf.


Märchenhaftes Marburg
Am Dienstag ging es nach Marburg – zur Elisabethkirche, einer der ersten rein gotischen Kirchen Deutschlands, und hinauf zum Schloss. Dort wartete ein ungewöhnlicher Auftrag: das verschollene 201. Märchen der Brüder Grimm aufzuspüren. Gefunden haben wir zumindest Aschenputtels Schuh in Blattgold. Abends wurde es theatralisch: Jede Gruppe spielte ein Märchen vor, das die anderen erraten mussten. Ergebnis: viele Lacher und eine eher unruhige Nacht.

Sporttag in Bad Berleburg
Am Mittwoch stand der Sporttag mit unseren Gastgebern auf dem Programm, der Hauptschule Ludwig zu Sayn-Wittgenstein und der Städtischen Realschule Bad Berleburg. Beim Volleyball traten Schüler gegen Schüler und Lehrkräfte gegen Schüler an, danach wurde Fußball gespielt. Die genauen Ergebnisse bleiben aus diplomatischen Gründen unter Verschluss. Anschließend besuchten wir das Schloss Berleburg, in dem bis heute eine Fürstenfamilie lebt, und durften uns in der Drehkoite Girkhausen selbst als Drechslerinnen und Drechsler versuchen.

gruppenfoto
Gruppenfoto im Innenhof von Schloss Berleburg.
handwerk
Altes Handwerk zum Mitmachen: Drechseln in der Drehkoite.


Hoch hinaus in Winterberg
Der Donnerstag war nichts für Menschen mit Höhenangst: fünf Parcours im Kletterwald Winterberg – unter anderem über ein Bobbycar, Bierbänke und Snowboards –, zwei Fahrten auf der Sommerrodelbahn und zum Abschluss die Panoramabrücke in 50 bis 60 Metern Höhe. Am Abend feierten wir beim Grillfest mit zahlreichen Ehrengästen, darunter Vertreterinnen und Vertreter des Partnerschaftsvereins Siegen-Wittgenstein–Spandau e. V. Es gab Reden, Urkunden, eine Bildershow und – für uns eine Premiere – Dudelsackmusik.

 

schwindelfrei
Schwindelfrei? Auf der Panoramabrücke in Winterberg.
einweisung
Einweisung im Kletterwald – Sicherheit geht vor.

Eine Tradition mit Zukunft
Der Schulsportaustausch verbindet Spandau und Siegen-Wittgenstein seit Jahrzehnten. Seine Wurzeln reichen bis in die Nachkriegszeit zurück, als Berliner Kinder zur Erholung in die Region fuhren. Ein besonderer Moment in diesem Jahr war die Ehrung von Gerold Wagener, der den Austausch seit 1999 für den Kreis Siegen-Wittgenstein federführend organisiert und dafür vom Spandauer Bezirksbürgermeister ausgezeichnet wurde. Ab 2027 übernimmt Manuel Rath von der Hauptschule Bad Berleburg die Organisation vor Ort. Der Gegenbesuch der Wittgensteiner Gruppe in Spandau ist bereits für April 2027 geplant – wir freuen uns darauf!


Die Woche in Zahlen

21
Schülerinnen und Schüler
3
Spandauer Schulen
≈ 14 h
Busfahrt (hin und zurück)
60 m
über dem Boden
2
verschwundene Becher Frischkäse
0
Worte von Kowalski


Und der Frischkäse?
Bleibt noch die Frage, was es mit den zwei verschwundenen Bechern körnigen Frischkäse auf sich hat, die in der ersten Nacht spurlos von einem Fensterbrett verschwanden. Die Detektivbande hat die ganze Woche ermittelt, es gab Verdächtige, Verhöre, ein Kürbisphantom und eine erstaunlich gut informierte Taube. Die ganze Geschichte steht im ausführlichen Fahrtbericht „Tatort Wittgenstein“. Nur so viel sei verraten: Der Pinguin war’s nicht.

Ein herzliches Dankeschön an den Kreis Siegen-Wittgenstein und Landrat Andreas Müller, den Partnerschaftsverein Siegen-Wittgenstein–Spandau e. V., unsere Gastgeberschulen in Bad Berleburg, das Team des Abenteuerdorfs Wittgenstein, unsere Busfahrerin Andrea Rökendt sowie an alle begleitenden Lehrkräfte und Betreuerinnen und Betreuer. Ihr habt diese Woche möglich gemacht!

 

S. Brauer