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 20191205 Planspiel BundestagHat sich nicht jeder schon einmal gefragt, wie politische Prozesse ablaufen? Wie es funktioniert, verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen und Entscheidungen für ein ganzes Land zu treffen? Oder warum die Verhandlungen manchmal undurchschaubar, bürokratisch oder auch schier endlos scheinen? Die PW-Leistungskurse des Lily-Braun-Gymnasiums hatten die Chance, durch ein Planspiel des Deutschen Bundestags Einblick in die Welt der Politik und der Politiker/innen zu bekommen.


Am Morgen der Exkursion trafen wir uns um kurz vor acht vor dem Paul-Löbe-Haus, welches unter anderem die Ausschüsse beherbergt und Platz für Büros der Abgeordneten bietet. Der Tag begann mit einer Führung durch das Paul-Löbe-Haus sowie durch das Reichstagsgebäude. Dabei durften wir nicht nur in die Räume einiger Fraktionen blicken, die übrigens unter anderem in den vier Türmen des Reichstagsgebäudes untergebracht sind, sondern lernten auch genaueres über die Architektur und die Geschichte des Gebäudes und der Politiker darin. Zum Beispiel wissen wir seitdem, dass die Glaskuppel des Reichstags aus Glas ist, um die Transparenz der deutschen Politik darzustellen. Außerdem ist die Adlerfigur im großen Sitzungssaal asymmetrisch.
Im Anschluss an die Führung begannen wir mit dem Planspiel. Dies beschäftigte sich mit der Frage, ob es Plebiszite auf Bundesebene geben sollte. Wir wurden in drei Parteien eingeteilt; Zwei Parteien, die eine Koalition bildeten, und eine Oppositionspartei. Zudem gab es einen Innen- und einen Rechtsausschuss. Ferner dachten wir uns neue Identitäten aus, um besser in unserer Rolle argumentieren zu können. Das Planspiel bestand aus Sitzungen der Fraktionen, der Ausschüsse und dem Versuch einer gemeinsamen Konsensfindung im Plenum. Es ließ sich deutlich erkennen, dass es mitunter schwer sein kann, eine gemeinsame Lösung zu finden. Schließlich mussten wir in unseren Rollen bleiben und bei denen gehörte es schließlich dazu, seine Wähler zu vertreten. Somit ist allerdings auch gesichert, dass der eventuelle Gesetzesbeschluss für die Wähler das Beste ist. Und obwohl wir schlussendlich keinen perfekten gemeinsamen Kontext finden konnten, haben wir an diesem Tag einen Einblick darein bekommen, wie es ist Politiker zu sein, seine Meinung zu vertreten und nicht zuletzt politische Entscheidungen zu treffen – auch wenn es in unserem Fall nur ein (Plan-)Spiel war.

                                                                                                                                                                                 Anouk Schlung